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Bengalos-Chaos bei Kroatien-Tschechien: Kroaten warnten Franzosen Tage zuvor – geplante politische Aktion

Kroatische Medien berichteten schon vor Tagen von einem angekündigten Ereignis, das zur Unterbrechung des EM-Spiels Kroatien gegen Tschechien führen solle. Die kroatischen Behörden informierten sogar Tage zuvor die französischen Kollegen. Ihnen wurde auch mitgeteilt zu welcher Zeit die Aktion geplant war. Nicht zufällig standen plötzlich so viele Sicherheitskräfte im Stadion und vor dem Block der kroatischen Fans. Warum aber erst Minuten zuvor, trotz Warnung? Und wie konnten Stadionbesucher Feuerwerkskörper, Bengalos und Böller in das Stadion schmuggeln? Die Hooligan-Aktion zeigt zumindest schon mal eines glasklar, Terroristen haben es anscheinend nicht schwer bei einem Anschlagsversuch.

Hooligan-Chronologie vor dem EM-Spiel

Bereits am Mittwoch berichten die Medien in Kroatien von dem bevorstehenden Ereignis, was für Leute, die diesen Artikel jetzt lesen wohl fast nicht zu glauben ist, da sie es nicht mit eigenen Augen gelesen haben. Insider leakten Information an die Presse, die genau beschreiben, was am Freitag in Stadion in St. Etienne zu sehen war.

Die kroatische Menschenrechtsorganisation „Hrvatski Helsinski Odbor za ljudska prava“ (HHO), veröffentlichte am Freitag Mittag eine Pressemitteilung zu der geplanten Hooligan-Aktion. Die Organisation beschäftige sich mit dem Thema, weil es zuvor ein Hakenkreuz-Skandal im Spliter Stadion Poljud gab. Dabei wurde während eines EM-Qualifikationsspiel der Kroaten ein Hakenkreuz in den Rasen gezeichnet, mit einer Chemikalie. Bis heute ist der Fall nicht aufgeklärt. Bis heute haben die Behörden nicht ihre Arbeit getan und die Schuldigen zur Strecke gebracht. Bereits damals war schon der Fanklub des HNK Hajduk Split in Verdacht geraten.

Torcida Split als Ursprung für den Hooligan-Eklat

Torcida Split ist der zahlenmäßig größte und älteste Fanklub des traditionsreichen kroatischen Fußballvereins HNK Hajduk Split. Die Torcida wurde am 28. Oktober 1950 gegründet und gilt als älteste Fangorganisation Europas.

Die Ultra-Gruppierung hat mit ihren aktuell etwa 8000 Mitgliedern einen starken Einfluss auf die Entscheidungen der Vereinsführung. Bekannt sind die lautstarken Anhänger vor allem für ihre Fan-Choreographien, bei denen auch regelmäßig bengalische Fackeln zum Einsatz kommen. Mittlerweile muss man sagen, dass es der Fanklub aus einem Haufen Idioten und Hooligans besteht, die durch linksradikale Gruppierungen infiltriert sind.

Deswegen wundert es nicht, dass die Torcida den gleichen Wortschatz nutzt wie Ex-Präsident Ivo Josipovic, der den kroatischen Fußballverband regelmäßig als Verband mit mafiösen Strukturen bezeichnet. Josipovic wird in Zusammenhang mit Akteuren des ex-jugoslawischen Geheimdienstes UDBA gebracht. Sein Sicherheitsberater war Sasa Perkovic, der Sohn von Josip Perkovic, Ex-UDBA-Mitglied, der derzeit wegen Mord in München vor Gericht steht.

Der genaue HHO-Bericht über die geplante Hooligan-Aktion im Vorfeld

„Die kroatische Öffentlichkeit zeigt sich besonders beunruhigt über die neusten Berichte, dass Ausschreitungen geplant seien die zu einem Spielabbruch während der Begegnung der kroatischen Nationalmannschaft und Tschechien in St. Etienne führen sollen. Dafür sollen Anhänger der „Torcida“, aber auch andere sorgen.

Vertreter des Fanklubs „Uvijek vjerni“ haben bereits darauf hingewiesen, dass ein Teil der Fans eine Aktion plant, die einen Spielabbruch provozieren soll, der nicht nur zum Ausschluss des kroatischen Teams aus der EM 2016 führen soll, sondern auch zu einer mehrjährigen Sperre für den kroatischen Fußball auf europäischen Boden. Darüber wurde in der Öffentlichkeit schon berichtet. Wir erinnern daran, dass der kroatische Fußballverband (HNS) und die kroatische Nationalmannschaft im vergangen Jahr schon fünf Spielen ohne Publikum verurteilt wurde. Neben Hooligans, Ausschreitungen und Pyromanie, stören sich die Fußballinstitutionen besonders an der Tatsache, dass es ständig zu faschistischer Rhetorik während nationalen Spielen kommt. 

Die HHO, im Einklang mit dem Projekt „Izravna prevencija navijackog nasilja“(Direkte Prävention von Fanggewalt), sieht es als ihre Aufgabe die Öffentlichkeit darüber zu informieren, dass es im Besitz folgender Informationen ist: Die HHO ist im Besitz zuverlässiger Informationen, dass sich in St. Etienne 300 Angehörige der „Torcida“ befinden die aus Kroatien angereist sind. Ein Teil von ihnen wurde an den kroatischen Grenzübergängen Pasjak und Rupe aufgehalten. Bei ihnen wurde Masken und Drogen gefunden. Eine Untersuchung ist im Gange.  Die kroatischen Behörden sind in direktem Kontakt mit den französischen Behörden und arbeiten mit ihnen zusammen, um eine Ausschreitung während des Spiels zu verhindern. Die „Torcida“-Fans und Angehörige von anderen Fanklubs haben sich über die Fans des Fußballklubs St. Etienne Karten für die Partie verschafft, und zwar mit anderem Namen.  Deswegen besteht die kroatische Seite darauf, dass die französischen Behörden und die Organisatoren an den Eingängen die Identitäten der Besucher mit den Karten vergleicht und kontrolliert. 

Nicht nur das, die französischen Behörden überlegen auch ein Einlassverbot in die Stadt für einen bestimmten Zeitraum. Das kann auch der Bürgermeister per Dekret veranlassen. Das gleiche geschah beim Auswärtsspiel von „Dinamo Zagreb“ in Paris 2012, als die französischen Behörden vor dem Spiel gegen PSG den Zutritt für kroatische Fans verbot, die aber dennoch für Ausschreitungen innerhalb von Paris sorgten. So ein Dekret gab es auch in Eindhoven im Jahre 2013, gegen den PSV, ebenfalls gegen Dinamo Zagreb. Fans ohne personalisierte Einlasskarten durften ebenfalls nicht in die Stadt. 

Dieses Mal wird niemand den kroatischen Fußballverband beschuldigen können, wie es sonst üblich ist, dass er für das Schänden der kroatischen Nationalmannschaft verantwortlich sei, wie am Beispiel des Hakenkreuz-Skandals in Split bei der Begegnung Kroatien-Italien. Dieses Mal sind die französischen Behörden für die Sicherheit zuständig, die sogar Hilfe von Vertretern des kroatischen Innenministeriums in Frankreich bekommen.

Es ist klar, dass in der jetzigen Situation, in der politische Stabilität fehlt und Zwietracht herrscht, der Fußball eine beruhigende Konstante ist, der der Gesellschaft Hoffnung und Freude schenkt. Das stört einige, aber das entlarvt noch viel mehr die Organisatoren und ihre Ziele, egal ob eine oder mehrere Gruppierungen dahinter stecken. Es ist klar, dass dies keine zufällige Aktion war und auch kein Bubenstreich, sondern ein gezieltes Projekt.  Es geht dabei nicht nur um den kroatischen Fußball oder den kroatischen Fußballverband. Das endgültige Ziel ist es das Land und die Gesellschaft weiter zu destabilisieren und das Land und seine Einwohner öffentlich als politische Nation zu blamieren.“ Den Bericht kann man hier auf der Seite des HHO in kroatisch nachlesen.

Auch die kroatische Zeitung Jutarnji beruft sich auf Geheimdienstkreise, denen schon drei Tage zuvor Informationen über eine geplante Aktion zugespielt wurde. Danach haben Sicherheitsleute ihre französischen Kollegen informiert. Auch die Journalisten der Zeitung Jutarnji fragen sich, wie die Hooligans eine so große Menge an Pyrotechnik und Bengalos ins Stadion schmuggeln konnten, obwohl sie von den kroatischen Institutionen im Vorfeld gewarnt wurden und während der EM, durch die erhöhte Terrorgefahr, ein so großes Sicherheitsaufgebot herrscht.

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Fußball, Kommunismus, Politik, EM

Mit dem letzten Absatz des Berichts weißt die Organisation HHO auf die politischen Verbindungen der Fanklubs hin und das diese seit Jahren genau instruiert werden, dem Land und dem Verband bewusst, strukturier und gezielt zu schaden. Die unabhängige Menschenrechtsorganisation kritisierte jahrelang Ex-Präsident Ivo Josipovic und Ex-Premier Zoran Milanovic eine seltsame Abstinenz bei Lösungsvorschlägen in Bezug auf das Hooligan-Problem. Tatsächlich ist es so, dass der kroatische Fußballverband seit Jahren von politisch konservativen Leuten geführt wird, die in den 90ern die Unabhängigkeit Kroatiens unterstützten. Es ist genau diese Fraktion die seit Gründung des Staates Kroatien im Klinch mit den Tito-Verehrern stehen, die sich in der Partei SDP sammeln und der auch Milanovic und Josipovic entsprangen. In konservativen und katholischen Kreisen sieht man die Hooligan-Aktion als zum Teil aufgegangen Plan von Ex-Premier Zoran Milanovic, der nach seinem Abgang nach den Parlamentswahlen ankündigte das Land ins Chaos zu stürzen.

Beweise für geplante Aktion vor dem Spiel bei Facebook gepostet

Vier Stunden vor der Aktion im Stadion wurde auf der Facebook-Seite „Torcida 1950“ ein Einsatzplan gepostet, der das Stadion Geoffroy-Guichard in St. Etienne zeigt und wahrscheinlich authentisch ist, nach aktuellen Einschätzungen der kroatischen Medien.

Torcida Kroatien Tschechien Plan vom Stadion Geoffroy-Guichard in St. Etienne

Der Plan zeigt wo die einzelnen kroatischen Fanggruppierungen im Stadion sitzen – die Zagreber Bad Blue Boys, Armada aus Rijeka, Fans aus Vinkovic und der größte Anteil gehört zur Torcida, die auf der Karte mir der Farbe Rot gekennzeichnet sind.

Die Karte stimmt, laut kroatischen Medien. Das rote Feld kennzeichnet genau die Positionen, von denen die Bengalos auch in Richtung Rasen flogen. Das Häkchen auf der Karte kennzeichnet auch den Ort auf den die Bengalos gelandet sind. Die restlichen Pfeile zeigen auf, dass wahrscheinlich noch mehr Bengalos fliegen sollten, es aber aus noch unbekannten Gründen nicht dazu kam.

Die Karte wurde zwei Stunden vor Spielbeginn gepostet und niemand ahnte, dass dies ernst zu nehmen sei. In den Kommentaren sah man sogar beschwichtigende Worte, die dem Beitrag jeglichen Ernst absprachen, da man so etwas ja nicht posten würde. Mit all diesen Informationen konnten die französischen Behörden nichts anfangen. Es gab sogar einen Facebook der authentisch zu sein scheint und von einem Hooligan aus St. Etienne stammen soll. Er beschreibt, dass er die Bengalos im Stadion unter der östlichen Tribüne gebunkert habe, dritte Reihe, Platz 24. Der Post endet mit den Worten „Bereit zum Abbruch“ und eine Smilie.

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„Man kann nicht jedes Bengalo im Stadion verhindern. Aber eine Konzentration der Sicherheits-Kräfte vor den Kurven ist sehr sinnvoll. Man kann nicht alle Fans komplett kontrollieren, sonst kämen sie erst 30 Minuten nach Anpfiff ins Stadion.“, kommentierte DFB-Sicherheitschef Helmut Spahn das Ereignis für die BILD.

Eine wirklich beängstigendes und blamables Beispiel für die französischen Sicherheitskräfte und Geheimdienste, wenn man hört, dass die EM für Besucher sicher sein soll. Und das waren „nur“ Hooligans, und keine Terroristen.

Kroatien braucht jetzt ein neues Gesetz, dass Hooligans und ihre Aktionen in Stadien und ausserhalb stärker sanktioniert und härte Strafen nach sich zieht.

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