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Kroatien gegen Tschechien 2:2: Spiel endet im Bengalos-Chaos

Was als wundervolles und andächtiges Spiel für die kroatische Nationalmannschaft begann, endete in einem Chaos und wird wohl als Skandalspiel der EM-2016 in Erinnerung bleiben. Zu Beginn des Spiels war man gespannt auf die seelische Verfassung des kroatischen Kapitäns Darijo Srna, der den Kader für die Beerdigung seines Vaters verlies. Als die Hymne gespielt wurde, weinte er ungehemmt um seinen Vater.

Die Kroaten führten mit einem 2:0. Die Tschechen schafften durch ein Kopfballtor auf 2:1 zu verkürzen und erhöhten den Druck sichtlich. Durch die Auswechslung von Luka Modric sah man den Kroaten an, wie sehr ihnen die Stabilität des Real-Madrid-Stars im Mittelfeld fehlte. Als dann aus dem kroatischen Block in der 85. Minute mehrere Bengalos und Böller auf das Spielfeld flogen, brach das Chaos aus. Die kroatische Nationalmannschaft wurde auch von den Wurfkörpern getroffen und ein Böller explodierte sogar direkt vor Ivan Perisic und einem Ordnungshüter. Dann fingen sich kroatische Fans im Block an zu prügeln.

Fankrieg auf Facebook nach Bengalos-Chaos bei Kroatien gegen Tschechien

Kroatien kurz vor EM-Ausschluss! Chaos-Aktion war bekannt! Modric ernsthaft verletzt! Reaktionen!

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Deutlich geschockt von den eigenen Fans, musste die kroatische Mannschaft weiterspielen und kassierte dann sogar einen Elfmeter, den die Tschechen zum 2:2 verwandelten.

 

Deutlich angeschlagen, enttäuscht und geschockt kommentierte Ivan Rakitic das Spiel für das ZDF: „ Es ist schwer die richtigen Worte zu finden. Ich möchte mich bei der tschechischen Nationalmannschaft entschuldigen. Wir waren klar die bessere Mannschaft, hätten das dritte Tor machen müssen. Es ist zu einfach zu sagen, dass uns das Ereignis aus dem Takt gebracht hat. Wir hätten das dritte Tor machen müssen. Vielleicht trinken wir kein Feierbier, aber ein Frustbier.“

„Vielleicht wollte man uns dann noch einen auf dem Platz mitgeben.“, fügte Rakitic hinzu, der den Elfer für die Tschechen wohl als Bestrafung für die aus dem kroatischen Block geworfenen Bengalos sieht.

Ivan Perisic kommentierte ebenfalls nach dem Spiel: „Das hat uns auf jeden Fall belastet, es war schwer noch die letzten fünf Minuten zu spielen, nachdem du mit den Fans reden musstest.“

Verbandschef Davor Suker war ebenfalls im Stadion. Für ihn ist das Problem bekannt. In Kroatien machen es ihm Verbandskritiker regelmäßig schwer und als Austragungsort regelmäßig die internationale Bühne. Es ist davon auszugehen, dass die Aktion politisch motiviert war. Der Linken in Kroatien gefällt die konservative Führung im kroatischen Fußballverband nicht.

Der HNS hatte erst letztes Jahr eine große PR-Aktion gegen die heutige Idiotie im Stadion gestartet, leider noch mit mäßigem Erfolg.

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